Seine politische Karriere begann 1906 als er zum Beigeordneten gewählt wurde. Ab 1917 bekleidete er dann das Amt des Oberbürgermeisters seiner Heimatstadt; ab 1921 war er Präsident des preußischen Staatsrats. Am 4. Mai 1945 wurde er von der amerikanischen Militärregierung zum Oberbürgermeister von Köln ernannt, wurde aber schon am 6.10. wieder entlassen und durfte sich nicht mehr politisch betätigen - offiziell wegen "Unfähigkeit", eigentlich wegen der Kritisierung am Kölner SPD-Vorsitzenden (Robert Görlinger).
1945 wurde das Verbot wieder aufgehoben wurde er 1946 Vorsitzender der CDU des Rheinlands und der britischen Besatzungszone sowie der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, 1947 Leiter der Arbeitsgemeinschaft CDU/CSU.1948 wurde er zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates, der die neue Verfassung der BRD ausarbeitete, gewählt. Das war die Grundlage dafür, daß er am 14. August 1949 Bundeskanzler einer Koalition aus CDU/CDU, FDP und DP ("Deutsche Partei") wurde. 1951-1955 war er nicht nur Kanzler, sondern auch Außenminister. Ein weiterer Bestandteil der Politik Adenauers war sein tiefverwurzeltes Mißtrauen gegenüber den Deutschen. Als letzte Station auf dem Weg Deutschlands zur Souveränität war der "Deutschlandvertrag" geplant, der untrennbar mit dem Vertrag über die "Europäische Verteidigungsgemeinschaft" (EVG) - die Vorstufe zu Deutschlands NATO-Beitritt - verbunden sein sollte. Der Deutschlandvertrag wurde am 26. Mai 1952 unterzeichnet, doch die EVG wurde 1954, nach zwei Jahren Untätigkeit, von Frankreich abgelehnt. Bald darauf folgte auch die endgültige Einigung: den "Brüsseler Vertrag" von 1948, der eigentlich von Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten als Schutz gegen Deutschland gedacht war, in ein Bündnis mit Deutschland umzuwandeln. Im Oktober 1954 die "Pariser Verträge" unterzeichnet. Deutschland wurde am 5. Mai 1955 endgültig unabhängig und vier Tage später in die NATO aufgenommen - Adenauers Hauptziel war erreicht. 1959 begann Adenauers Niedergang und im darauffolgenden Jahr folgte die SPIEGEL-Affäre: Franz-Josef Strauß, Adenauers Verteidigungsminister, hatte eine Polizeiaktion wegen "publizistischen Landesverrats" gestartet und den Herausgeber sowie mehrere Redakteure verhaften lassen. Alle FDP-Minister traten zurück, zwölf Tage später die übrigen. Adenauer konnte zwar noch ein neues Kabinett aufstellen, es gelang ihm jedoch nicht mehr, sich von diesem Skandal zu erholen: am 15. Oktober 1963 trat er vom Amt des Bundeskanzlers zurück. Er blieb noch drei Jahre lang Bundesvorsitzender der CDU und starb am 19. April 1967 im Alter von 91 Jahren in Rhöndorf. Sein Nachfolger als Bundeskanzler wurde am Tag nach seinem Rücktritt Ludwig Erhard.